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1.3 Die Burschenschaften

An den Befreiungskriegen gegen Napoleon in den Jahren 1813 bis 1815 hatten auf Seite der Koalition auch Freiwillige aus den Reihen der Studenten teilgenommen. Diese sahen in den Befreiungskriegen einen Volkskrieg, der zur Wiedererweckung eines freiheitlichen deutschen Nationalstaates führen sollte. Aus dieser Zielsetzung heraus gründeten 1815 ehemalige Mitglieder der studentischen Freikorps in Jena die deutsche Burschenschaft. Das verbindende, einigende Band dieser Burschenschaft war der Wahlspruch: "Ehre, Freiheit, Vaterland."

Trotz dieser gemeinsamen Zielsetzung waren aber in der Burschenschaft durchaus heterogene geistige und politische Strömungen vertreten. Die Spannweite reichte von konservativen, christilich-germanischen über liberale bis hin zu radikal revolutionären Auffassungen. Am 18.10.1817 kamen einige hundert Burschenschaftler zur 300-Jahrfeier der Reformation und zur Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig zum Wartburgfest zusammen. Die Studenten brachten auf diesem Fest ihren Unwillen über die Entwicklung in Deutschland in ungestümen Reden und Handlungen zum Ausdruck. Die Ereignisse beim Wartburgfest machten die Burschenschaften der Obrigkeit vollends verdächtig und man war nun bemüht, diese Bewegung zu unterdrücken. Im Jahre 1818 ermordete der radikale Burschenschafter Karl Sand den Dichter und russischen Staatsrat Kotzbue. Dies war für Fürst Metternich ein willkommener Anlaß, um scharfe Maßnahmen gegen Burschenschaften einleiten zu können. Auf einer Konferenz in Karlsbad (1819) wurde die Auflösung und Verfolgung der Burschenschaften beschlossen. Der Bundestag in Frankfurt bestätigte diese Beschlüsse nachträglich. In Durchführung der Beschlüsse kam es bis zum Jahre 1830 zu der berüchtigten "Demagogenverfolgung". Die Universitäten unterlagen einer strengen Beaufsichtigung, viele Burschenschaftler wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Die Burschenschaften existierten nach der Auflösung teilweise im Untergrund weiter. In den dreißiger Jahren konnten sie dann auch wieder in der Öffentlichkeit auftreten. Im Zuge der nationalen Begeisterung des Revolutionsjahres 1848, nahmen die am Hambacher Schloß versammelten Burschenschaftler die Farben schwarz-rot-gold als deutsche Nationalfarben an (das sog. "Hambacher Fest"). Die idealistische Zielsetzung der Urburschenschaft war jedoch weitgehend verloren gegangen. Die Burschenschaften glichen sich in vielem den Corps an und übernahmen unter anderem auch den Zweikampf. Heute sind die Burschenschaften in der "Deutschen Burschenschaft" zusammengefaßt.

Zu den Berühmtesten Mitgliedern der Burschenschaften zählen unter anderem Liebig, Heine, Marx, Engels, Schoppenhauer, Nietsche, Hegel, Schelling u.v.a.



 

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